Netzwerk für Flüchtlinge, Migranten und Bedürftige
Netzwerk für Flüchtlinge, Migranten und Bedürftige

Wer ist Buntes Hürth?

Im Zuge der Flüchtlingswelle im Sommer 2015 musste auch die Stadt Hürth aus dem Stand in Amtshilfe für das Land NW eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einrichten. Diese wurde im August 2015 im ehemaligen Pfarrzentrum St. Joseph untergebracht und hatte eine Kapazität von 150 Plätzen. Die Betreuung der Einrichtung übernahm die Johanniter Unfall Hilfe.


Den Flüchtlingen fehlte es teilweise an allem. Spontan meldeten sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die sich der Flüchtlinge annahmen. Die Helfer riefen zu Kleiderspenden auf, übernahmen Kinderbetreuungen und brachten den Flüchtlingen erste Deutschkenntnisse bei.


Im Laufe der Zeit organisierten sich die Ehrenamtler immer besser. Der Aufruf nach Kleiderspenden war so erfolgreich, dass eine regelmäßig geöffnete Kleiderkammer angeboten werden konnte. Diese hat sich zum heutigen Gewandhaus weiterentwicklelt.


Ende Juli 2016 wurde die Notunterkunft in St. Joseph geschlossen, die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe aber ging weiter. Neben dem Gewandhaus ist der Deutschunterricht für die Hürther Flüchtlinge nach wie vor ein Schwerpunkt. Die Unterstützung der Schulen bei der Betreuung von Flüchtlingskindern soll ein weiterer Schwerpunkt werden.


Heute hat sich die Ehrenamtsinitiatve den Namen Buntes Hürth gegeben und versteht sich als Netzwerk aller, die sich in Hürth um Flüchtlinge, Migranten und Bedürftige kümmern möchten.

Jahresausblick und Ziele für 2017!

 

Die Ehrenamtskoordinatorin Susanne Buchmann-von Laufenberg wirft einen Blick in das kommende Jahr:

 

Wenn wir auf das vor uns liegende Jahr schauen, hat so Mancher von uns wohl ein flaues Gefühl im Bauch in Anbetracht der "Großwetterlage" in unserer Welt. Nahezu wir alle kennen nur Friedenszeiten. Es hat uns an nichts gefehlt. Wir brauchten keinen Hunger zu leiden. Wir leben komfortabel und sicher. Nun kommen viele Menschen zu uns, die all dies nicht hatten. Nach einer anfänglichen großen, fast euphorischen Hilfsbereitschaftswelle konnten wir alle in den letzten Monaten einen zunehmenden Stimmungsumschwung feststellen.

 

Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig: terroristische Anschläge, die Silvesternacht 2015, Hassparolen gefährlich denkender Menschen, die sich die Ängste der Menschen zu nutze machen. Nicht zuletzt auch die zahllosen bürokratischen Hürden, die es zu bewältigen gilt, für die Flüchtlinge und bei unseren Hilfsbemühungen. Gerade dieser Stimmungsumschwung ist es, der mich im Augenblick am meisten beschäftigt und mich ängstigt. Wenn Freunde unserer Kinder, die hier in Deutschland geboren sind, nur aufgrund ihres "Aussehens" mit Flaschen und Worten "Geh dahin zurück, wo Du herkommst" attackiert werden, so haben wir nicht nur ein "Flüchtlingsproblem".

 

Es trifft alle unsere Mitmenschen mit einem Migrationshintergrund. Unsere Aufgabe in den kommenden Monaten wird also nicht nur die Flüchtlingshilfe sein, sondern vor allem auch, die Menschen zusammen zu bringen, zu versuchen, Ängste auszuräumen.  Es wäre schön, wenn statt der Ängste hier wieder soziale und mitmenschliche Werte an die erste Stelle gerückt werden könnten. Da wir nun einmal in einer Konsumgesellschaft leben, wird es immer genügend Möglichkeiten geben, diese Menschen mit sachlichen Dingen zu unterstützen. Durch unser soziales System sind sie auch erst einmal sicher aufgefangen. Was wir jetzt mehr und mehr brauchen, ist der Kontakt. Es gilt das Nebeneinander zu vermeiden und ein Miteinander zu schaffen.

 

Hier ist natürlich zunehmend die Politik gefordert. Aber auch alle die Menschen, die an den Schaltstellen sitzen, um die dringendsten Probleme zu beheben: die Wohnungseigentümer und die Firmen. Wir brauchen Wohnraum für diese Menschen, damit sie ihre so dringend notwendige Privatsphäre wieder nutzen können. Wir brauchen Firmen und Betriebe, die  bereit sind,  diesen Menschen eine Chance zu geben, sich und ihre Familie hier unabhängig versorgen zu können. Hier sind die Menschen in unserer Gesellschaft gefragt, die sehr gut aufgestellt sind. Ohne sie wird die Integration nicht gelingen können. Hier gilt es jetzt soziale Verantwortung zu zeigen und zu leben.
 
Wenn wir nun unseren Blick auf unser kleines Hürth inmitten dieser Welt richten, so sind wir hier sehr gut aufgestellt. Wir haben einen großen Kreis ehrenamtlicher Helfer und verschiedener Vereine, die sich alle dieser Menschen annehmen. Wir alle rücken immer mehr zusammen, um möglichst viel und besser unterstützen zu können. Dies ist auch eine der Aufgaben unserer Initiative "Buntes Hürth": die Vernetzung der verschiedenen Angebote und Veranstaltungen, um mehr Transparenz zu schaffen und so schnell Hilfe bereit stellen zu können. Wir haben ein sehr breit aufgestelltes Angebot von Deutschkursen der verschiedenen Vereine, Verbände und unserer Initiative. Die Kinderbetreuung wird auch immer weiter ausgebaut, sowohl der ganz Kleinen als auch der Schulkinder. Die verschiedenen Möglichkeiten der Alltagsunterstützung werden überall gerne angenommen und genutzt. In Efferen und Berrenrath gibt es eine ehrenamtliche Ortsgruppe, die sich um die dort ansässigen Flüchtlinge kümmert. Das Gewandhaus gibt allen Bedürftigen die Möglichkeit für einen kleinen Obulus Kleidung und Spielsachen zu erwerben. Hier ist auch die Sammelstelle für die ungebrochene Spendenbereitschaft. Über unsere Facebook Seite konnten immer mal wieder größere Sachspenden (Elektrogeräte, Betten, Schränke etc.) vermittelt werden, um Wohnungserstausstattungen zu ergänzen. Weiterhin ist unser wichtiges Patenprojekt auf dem Weg, und wir hoffen, hier weitere Menschen zu finden.

 

Lasst uns gemeinsam Möglichkeiten der Begegnung schaffen. Lasst uns versuchen, positiv nach vorne zu blicken, um die neuen Herausforderungen gemeinsam zu meistern. So sind wir stark gegen die, die hier schlechtes Gedankengut schüren und unseren Frieden bedrohen.
 
Susanne Buchmann-von Laufenberg

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